12 Monate Dienstzeit

Der Freiwilligendienst dauert i. d. R. 12 Monate, zzgl. Vor- und Nachbereitung. Dies ermöglicht uns, den Einsatzstellen aber auch den Teilnehmenden sich optimal auf das Auslandsjahr vorzubereiten, sich gut einzugewöhnen und die Kultur, die Menschen und die Besonderheiten des Gastlandes in aller Tiefe zu erleben.

Es gibt mehrere Gründe, warum unsere Einsatzstellen und wir uns für eine Dienstzeit von min. 12 Monaten entschieden haben:

  • Eingewöhnungs- und Orientierungsphase dauern i. d. R. zu sechs Monaten
  • Beziehungen zu Kindern und Jugendliche brauchen besonders viel Zeit
  • Phasen des Kulturschocks
  • Verwaltungsaufwand und Kosten für Einsatzstellen und uns, der Aufwand unsere Partner und Einsatzstellen im Ausland
  • die Vorbereitung auf den Dienst dauert min. sechs Monate

Wir verstehen, dass nicht jeder 12 Monate Zeit hat, um in einem sozialen Projekt im Ausland zu helfen, jedoch sind wir der Meinung, dass man nur bei einem längeren Aufenthalt die Kultur und Eigenheiten des Gastlandes erkennen kann. Nur so hat man auch genügend Zeit zu Reflektieren und das Erlernte sinnvoll anzuwenden und für sich zu nutzbar zu machen.

Ich, Hannah, 19 Jahre alt, bin nun in meinem achten Monat als Freiwillige bei Franciscan Outreach Volunteers in Chicago und arbeite Nachtschichten im ''women's dorm'' einer Obdachlosenunterkunft.

Erstmal Abitur, danach so schnell wie möglich zur Uni und in den Beruf. Zwischendurch am besten noch einmal um die Welt reisen um auch nichts zu verpassen.

Als ich mir die Frage stellen musste, was ich eigentlich nach dem Abitur machen möchte war schnell für mich klar erst mal was von der Welt sehen und dabei noch helfen! Doch 12 Monate kommen einem dann doch ganz schön lang vor. Weihnachten weg von daheim, wichtige Geburtstage und für das Studium vorbereiten muss man sich ja schließlich auch noch.

Die ersten sechs Monate waren zwar wunderschön, aber in vielen Teilen auch harte Arbeit. Es hat etwas gedauert, bis die Sprachbarriere überwunden war und ich mich richtig in die Arbeit einfinden konnte. Ich habe jetzt schon viel über unsere Arbeit, unsere Gäste und auch über mich selbst gelernt. Es hat seine Zeit gebraucht richtig anzukommen und sich einzuleben. Ein neues Umfeld wird nicht über Nacht zu einem Zuhause, aber dafür ist es nun umso schöner sich wie zuhause zu fühlen. Man beginnt gerade die neue Kultur zu verstehen oder sie zumindest zu akzeptieren und lernt die Leute in seinem Umfeld erst richtig kennen.

Für mich wäre es nicht mehr in Frage gekommen den Dienst nach sechs Monaten zu beenden. Endlich kennt mich der Verkäufer in meinem liebsten Coffeeshop, wir haben unsere Witze mit unseren Gästen und wissen wie wir jemanden der sich nicht benimmt wegschicken. Ich weiß wo man abends die beste Comedyshow sehen kann und wie die Kaffeemaschine auf der Arbeit funktioniert habe ich auch endlich verstanden. Es braucht seine Zeit sich richtig in die Arbeit einzufinden und deswegen bin ich so dankbar für die Monate die ich noch hier sein darf für meine zweite, intensivere Hälfte des Freiwilligendienst.