Südafrika

Weil Mango nicht gleich Mango ist.

(von Lisa-Marie Zimmer)

Hlokomela beschäftigt sich viel mit der Krankenversorgung der Wanderarbeiter in der Umgebung von Hoedspruit. Da die Farmen außerhalb der Städte liegen, haben ihre Beschäftigten oft kaum Zugang zu adäquater Gesundheitsvorsorge. Dazu kommt, dass sie meistens nur saisonal beschäftigt sind und nach getaner Arbeit zum nächsten Projekt weiterziehen. Deshalb haben wir verschiedene Outpost Clinics und mobile Teams, die Farmen im Umkreis besuchen und ihre Angestellten über Krankheiten wie HIV/ AIDS, Malaria und Tuberkulose aufklären und testen.

Die Ausmaße dieser Farmen sind kaum vorstellbar und auch wenn ich öfters auf der lokalen "Bavaria Farm" unterwegs bin, scheint es immer neue Wege zu unbekannten Plätzen zu geben.

In diesem Monat hat die Bavaria Farm eingeladen, einen Tag der offenen Tür, oder "Mango Mania", zu feiern. Begonnen hat dieses Fest mit einer 70km langen Radtour (an der ich nicht teilgenommen habe). Doch auch wenn man nicht mit dem Fahrrad unterwegs war, gab es allerhand zu entdecken. So haben wir uns durch einen Bruchteil der 85 angebauten Mangosorten probiert, waren selbst Mangos pflücken, haben Smoothies getrunken, bei der Preisverleihung der Fahrradfahrer zugeschaut und natürlich viele Mangos gekauft.

Mein Jahr in Südafrika

von Isabell Rossmann

Aufstehen, Duschen, Frühstücken, Zähneputzen, Spülen und dann aber schnell ins Auto, um hoffentlich rechtzeitig um 8 Uhr bei der Arbeit zu sein.

Hätte mir vor drei Monaten jemand gesagt, dass das Leben hier mal alltäglich wird, ich hätte es nicht geglaubt. Da saßen wir nun zusammen, beim Vorbereitungsseminar, zwei Monate vor meinem Abflug und haben nett über unser kommendes Jahr geplaudert. Aber dass ich schon in so naher Zukunft meine Sachen gepackt haben werde, meine Familie und meine Freunde für ein Jahr in Deutschland zurücklassen und im Flugzeug ins große Abenteuer sitzen werde, hab ich nicht geglaubt. Das betraf vielleicht die anderen hier vom Seminar, aber bestimmt nicht mich. Irgendwo wusste mein Gehirn natürlich: Doch Isabell, das betrifft dich sogar sehr wohl auch, aber wirklich realisiert hatte ich es nicht. Auch immer noch nicht in den ersten zwei bis drei Wochen, es hat sich eher wie ein toller Urlaub angefühlt, und nächste Woche fliege ich bestimmt wieder heim, aber nein, ich bin natürlich immer noch hier. Zum Glück! Aber erst jetzt, wo der Alltag so langsam eingetreten ist, weiß ich, dass ich wirklich hier bin, in Südafrika, im kleinen Städtchen Hoedspruit, keine 60 km vom Krüger Nationalpark entfernt, und ich werde auch noch die nächsten 10 Monate hier verbringen. Und darüber bin ich sehr froh.

Froh, im wilden Afrika zu sein, wo einem beim Nichtstun der Schweiß über die Stirn läuft, wo man Leute bei diesen Temperaturen mit Wollmützen trifft, wo die Frauen kiloschwere Säcke auf ihren Köpfen balancieren, wo es 11 Amtssprachen gibt, es also immer ein Glück ist, wenn man seinen Gegenüber versteht, wo man wilde Tiere ständig neben und auf der Straße begegnet. Jeden Morgen, wenn ich mit dem Auto Richtung Arbeit fahre, und die ganze Fahrt entlang eine grandiose Aussicht auf die Blyde River Canyon habe, freue ich mich, all das erleben zu dürfen. Immer wenn ich auf den Hof der Creche fahre und die Kinder mir schon von der Tür aus zuwinken, ich reingehe, alle aufspringen um mich zu begrüßen und ich in diese offenen und herzlichen Kinderaugen blicke, wenn ich mit ihnen singe und sie ausgelassen dazu tanzen, oder wenn ich merke, dass unsere Unterrichtsstunden erfolgreich waren, sie etwas mitnehmen können, was ihnen in der Zukunft vielleicht weiterhilft, aber auch immer wenn ich das Land und seine beeindruckende Landschaft besser kennenlerne, mir meine neugewonnen Freunde die schönsten Ecken von Limpopo zeigen, sei es die atemberaubende Aussicht am Swadini Dam, Schwimmenzugehen am Fuße eines Wasserfalls, über die sandigen Pisten des Krüger Nationalparks zu tuckern oder mich einfach auf ein traditionell südafrikanisches Braai einzuladen, immer dann bin ich glücklich, mich für meinen Internationalen Jugend Freiwilligen Dienst, für das Hlokomela-Projekt, für das Jahr hier entschieden zu haben.

All das sind Gefühle und Erinnerungen, Erlebnisse und Erfahrungen, die mir niemand mehr nehmen kann, jetzt nicht und mein ganzes Leben nicht.

Isabell Roßmann

Einblicke in mein Auslandsjahr

von Simon Dohrmann

Ich bin jetzt seit 2 Monaten in meiner Einsatzstelle in Südafrika. Das ist lang genug, um sich ein gefestigtes erstes Bild zu machen, allerdings bei weitem zu kurz, dieses unglaublich vielschichtige und multikulturelle Land zu kennen.

Die Einsatzstelle in welcher ich für ein Jahr jetzt als Volunteer arbeite ist das Hlokomela Project. Ein AIDS-Hilfe Projekt, mit Vorbildcharakter. Ein großer Teil des Projekts besteht darin, die Bevölkerung auf AIDS zu untersuchen, die Verbreitung und Gefahr dieses Virus zu erklären und die Erkrankten ärztlich zu Betreuen.

Das Projekt finanziert sich zu großen Teilen von Spenden und dem südafrikanischen Staat. Um finanziell eigenständig zu sein, wurde unter anderem der „Hlokomela Herb Garden“ gegründet, welcher Farmarbeiter mit gutem und Preiswerten Gemüse versorgen soll.

Meine Aufgaben hier sind sehr vielseitig. Zum einen kann ich mein handwerkliches Geschick beweisen, denn in dem neuen „Hlokomela Market“, einem Second-Hand Laden bei dem Farmarbeiter günstig Kleidung kaufen können, gibt es sehr viel zu tun, Lampen müssen repariert werden, Tische aufgebaut werden, Verkaufsregale entworfen und erstellt werden und sogar eine Wand musste eingezogen werden.

Mein großes, eigenes Projekt hier jedoch ist das „Kamboucha- Projekt“. Mein Ziel ist es das süß-säuerliche Getränk „Kamboucha“ bis zum Ende meines Jahres hier ökonomisch für Hlokomela herzustellen und zu vermarkten. Während die letzten Monate die Experimentierphase für das richtige Rezept waren, beginnt nun die Test-Phase, in der geschaut wird, wie sich das Getränk am besten vermarkten lässt. Alles in allem finde ich das sehr spannend.

Aber nicht nur die Arbeit hier ist aufregend. Die Natur, die Menschen, die gesamte Umgebung ist neu, weshalb man von keinem Tag sagen kann er wäre langweilig gewesen. Ich hoffe hier noch viele weitere interessante Begegnungen zu machen und bin gespannt was in 10 Monaten für mich zum Alltag geworden ist.