Philippinen

Family reunion in Paradise

(veröffentlicht 2018 von Svea H.)

“Wish we could turn back time, to the good old days.”

Wie oft würde man doch gerne die Uhr auch nur ein wenig zurückdrehen. Wenn schon nicht zurück zu den paradisisch, weißen Sandstränden und den orangenen Clownfischen, die durch das badewannenwarme Wasser zischen, dann wenigstens zu dem Zeitpunkt, an dem meine Familie morgens noch mit mir am Frühstückstisch saß. Naja jetzt ist dieser unglaubliche Urlaub vorbei und alles was uns bleibt sind die unendlich vielen Bilder und noch mehr Erinnerungen und schöne Momente.

Heute vor elf Tagen saß ich in der Hotellobby eines Flughafenhotels in Manila und von uns vier konnte es wohl keiner so richtig glauben, als wir uns nach acht Monaten wieder in den Armen lagen. Meine Familie hatte sich zu meiner Überraschung vor einigen Monaten dazu entschieden, mich besuchen zu kommen. Und so wurde nach längerem Rumgetüftel und Telefonieren ein nahezu perfekt aussehender Reiseplan erstellt. Zuerst stand Palawan auf dem Programm, die wohl schönste Insel, die die Philippinen zu bieten haben und anschließend nach einer Fährfahrt Coron, die ebenfalls bereits zur schönsten Insel der Welt gewählt wurde. Neben der Tatsache und Freude, dass ich den größten Teil meiner Familie endlich wieder hatte und ihnen mein nun drittes Heimatland zeigen konnte, waren wir alle glaub ich gleich doll angetan von Mutternatur: Auf knallgelben Kajaks paddelnd durchs turquoise Wasser zwischen Limes Stone Felswänden einer kleinen Lagune, kriechend durch ein Felsloch in eine Secret Lagoon, schwimmend neben durch weiße Sandzungen verbundene, paradisische Inseln oder schnorchelnd Nemo und seinen Vater in einer Seeanemone entdeckend, der Urlaub war von vorne bis hinten einfach traumhaft schön, ganz zu schweigen von dem luxeriösen Essen und der Sauberkeit der Hotels. Über die oben erwähnte Fährfahrt könnte ich auch noch ausgiebig berichten, das erspar ich euch mal lieber, aber dauerhafte Kotzegeruchwellen die rüber kamen, der zwangahfte Versuch die Augen geschlossen zu halten, um seinen Beitrag zu der Geruchswelle nicht bei zu fügen und für das kleine Schiff viel zu hohe Wellen beschreiben die Überfahrt ganz gut. Die Abenteuerfahrt hat sich aber mehr als gelohnt, denn auch wenn man es vorher kaum glauben konnte, haben die Coron Inseln, den el Nido Archipelago in Palawan nochmals toppen können.

Auch wenn die Unterschiede, was den Lebensstandard angeht, zwischen meinem Leben hier und diesem Urlaub gigantisch waren, konnte ich ihn trotzdem genießen. Wer irgendwann in seinem Leben einmal die Chance bekommen sollte diese beiden wunderschönen Inselgruppen näher unter Betracht zu nehmen, sollte dies auf jeden Fall tun. Nicht ohne Grund zählen die Orte zu den schönsten der Welt und wer dann noch seine Familie ins Handgepäck stecken kann, hat fast im Lotto gewonnen.

Street Children's Congress 2k18

(veröffentlicht 22.02.2018 von Svea H.)

Der Street Children's Congress findet jährlich statt und wird durch die finanzielle Unterstützung von verschiedenen australischen Partnerorganisationen von Bahay Tuluyan höchst persönlich geleitet und gehostet. 60 Kinder, teils von Bahay Tuluyan und zwei anderen Organisationen namens Virlanie und Child Hope Asia, großtenteils aber „frisch von der Straße", wie gesagt wird, versammelten sich die letzten drei Tage in dem Arial des Centers in Quezon.

Einen Tag vorher reißten wir Freiwilligen an und packten mit an alles fertig zu machen und vorzubereiten für die Kinder, die am darauffolgenden Tag ankommen würden. Tische, Bänke und Betten wurden zusammen gezimmert, um die Menge an Kindern unterbringen und versorgen zu können.

Was mich echt überrascht hat ist, dass alles perfekt geplant war und die Kinder sogar um 10:50, anstatt um 11:00 mit dem Bus vor dem Tor von Bahay Tuluyan standen. Nach dem ersten gemeinsamen Essen und einer Orientierungsphase ging es in die Gruppeneinteilung und die erste Arbeit in diesen Gruppen. Rotierend haben die Social Worker und Staff Leute jeder Gruppe ihre Inhalte in verschiedenen Sessions nahegelegt. Teile dieser Inhalte waren "What are rights", "Connection to the streets", "Dreams" und ein sogenannter Action Plan, indem die Kinder sagen sollten, was sie für die Situation der Straßenkinder ändern würden, wären sie in der Position des Präsidenten. Durch kreative Aufgaben und regelmäßige "Recreation Breaks" in denen getanzt, gelacht und viel gespielt wurde, wurde das ganze aufgelockert, und durch eine Talentshow um ein Lagerfeuer herum perfekt am letzen Abend abgerundet. Der Höhepunkt des Street Children Congresses war ein Videoklip an die Regierung, in der die Kinder höchstpersönlich auffordern, die Situation der Staraßenkinder zu ändern und unter anderem auch Vorschläge für diese Verbesserungen äußern. Nach dem Congress wird der Clip zusammengeschnitten und an abgeordnete der philippinischen Regierung gesendet, was ich persönlich als großen Erlfog des Congresses sehe. Wir sind alle schon sehr gespannt, was wir für Reaktion für das Werk bekommen werden.

Alles in einem war es einfach super zu sehen, wie lernfreudig die Kinder sind und wie stark sie ihre Meinungen vertreten , vor großen Menschenmengen und sogar der Regierung und diese trotz der auf den Philippinen weit verbreiteteren Schüchternheit.

Live von den Philippinen

Beiträge aus dem SDI Volunteer Newsletter Jan. 201 7

Hallo, hier kommen wir von den Philippinen :D

Bei uns hat sich schon sehr viel verändert seit dem Anfang. Nachdem Mona und ich beide Dengue Fieber hatten, musste sie leider nach 10 Tagen abbrechen und nach Deutschland zurück gehen, da sie Probleme mit den Augen bekam...

Auf jeden Fall bin ich zeitnah nach Quezon gewechselt, um nicht krank alleine in Laguna zu bleiben. Dengue hat bei mir ca. 6-7 Wochen gedauert bis es vollkommen weg war. Seitdem haben wir zu dritt im Jungsheim gelebt und zeitweise auf den Reisfeldern gearbeitet. Eine ganze Riceseason dauert 3 Monate. Unsere Hilfe wurde immer besonders während der Pflanzzeit und Erntezeit benötigt. Da haben wir auch zwei bis drei Tage in den Hütten neben den Reisfeldern geschlafen, um morgens früh anfangen zu können. Es ist wunderschön dort, ohne Elektrizität, aber mit super schönen Sonnenuntergängen und Sonnenaufgängen.

Im Center kümmern wir uns ansonsten mit um die Farm, füttern oder sauber machen, in der Küche helfen und natürlich am Wochenende Activities für die Kinder planen. Die sind die Woche über so lange in der Schule, dass für größere Activities wirklich nur Zeit am Wochenende bleibt. Die älteren bzw. stärkeren Jungs arbeiten am Wochenende auch oft auf den Reisfeldern, um ihr Taschengeld ein bisschen aufzubessern. Ein bis zweimal im Monat finden sogenannte outreach Partys im Center statt, bei denen Reiche Philippinos das Kinderheim besuchen und ein Tag lang für Essen und Unterhaltung für die Kinder sorgen. Es ist echt immer witzig und die Kinder haben riesen Spaß dabei!

An unseren freien Tagen reisen wir hier viel und sehen uns die traumhafte Natur und dreckigen Städte an ;)

Sophie Rose

Weihnachten mal anders

Weihnachten wurde für mich dieses Jahr vorgezogen. Meine beiden Freunde aus Deutschland, Emilia und Yaimara, sind schon seit ein paar Tagen da und wir haben spontan beschlossen wegzufahren. Nach Mindoro (eine kleine Insel am Meer).

Also haben wir schon am 22.12 ein bisschen mit Leo und Rebecca zusammen Päckchen ausgepackt und zusammen gegessen.

Am nächsten Morgen sind wir aufgebrochen nach Mindoro und es ist wirklich traumhaft schön!! Wir sind ohne großen Plan losgefahren und das Gespräch mit dem Verkäufer ging ungefähr so:

Er: wo wollt ihr denn hinfahren? Wir: Nach Mindoro. Er: Und wohin in Mindoro? Wir: Wohin kann man denn? Er: Porto Galera, Aninuan, White Beach.... Wir: White Beach klingt gut!!

Also sind wir an den White Beach gefahren und haben damit die perfekte Entscheidung getroffen. Schon auf dem Weg mit dem Boot haben wir "Reisebüro Traumstrände" gesehen. Angekommen am White Beach wurde uns ziemlich schnell eine Preiswerte (14€ für 3P) Unterkunft angeboten und wir haben eingescheckt. Alles super gelaufen.

An Weihnachten sind wir losgezogen, um die Tamaraw und Turkan Falls zu finden. Dabei fuhren wir mehr ins Landesinnere und auf kleinen Schleichwegen. Wir sind an einem kleinen Ort rausgekommen, der nicht sehr touristisch war. Unser Fahrer wollte dort warten und wir sind in einem Karren, der hinter einen Bullen gespannt war, zu den Wasserfällen aufgebrochen. Unserer neuer Guide hat uns mehrfach durch den Fluss geführt und wir sind auf Sandbänken Flussaufwärts gefahren. Bei den Wasserfällen angekommen, hat er den Bullen abgespannt und ins Wasser gebracht, um zu entspannen. Wir sind zu Fuß weiter gezogen und der Typ war echt entspannt! Wir konnten uns unseren eigenen Weg über die Felsen suchen, sind eine ca. 30-50 Meter hohe Leiter hochgeklettert, die an der Seite der Schlucht in den Regenwald geführt hat. Unser Guide hat uns immer nur wieder aus dem Wasser gezogen, als wir ausgerutscht sind. Er hat die ganze Zeit gelacht und sich über uns amüsiert. Es war ein echt witziger Ausflug. Nach ca. einer halben Stunde die Wasserfälle hochlaufen, haben wir unsere Sachen auf einen Felsen gestellt, meine Musikbox angestellt und sind schwimmen gegangen. Man konnte sich mit der Strömung treiben lassen :D

Den Rückweg sind wir ziemlich schnell gegangen auf einem kleinen Pfad durch den Djungel. Wir haben es uns aber trotzdem nicht nehmen lassen von einer großen Klippe nochmal ins türkies-blaue Wasser zu springen.

Plötzlich hat der Guide angefangen eine Ziege nachzumachen, die am Wegesrand stand. Das hat so merkwürdig geklungen, dass wir auch alle mit eingestiegen sind und es in einem riesen Gelächter geendet hat.

Wir haben ihm noch ein nettes Trinkgeld dagelassen, dafür, dass es so locker mit ihm war und wir machen konnten, was wir wollten. So einen entspannten Tourguide hatte ich hier bis jetzt auch noch nicht ;D

Am Abend zurück am Whitebeach sind wir noch ein paar Flaschen Bier kaufen gegangen und haben uns auf eine Bank, die an der Promenade lag, direkt ans Meer gesetzt. Es war ein wunderschöner Weihnachtstag am Meer mit 25 Grad und Käse und Erdnussbutter als Weihnachtsschmaus... :)

Rooftop

Über den Dächern von Manila, ein Mond, der leuchtet, weihnachtliche Musik, ein Tannenbaum, unter dem dutzende von Geschenken liegen, ein gebratenes Schwein, dem nur noch der Apfel im Maul fehlt, eine Karaoke-Maschine und ca. 50 Gäste: Wer glaubt, ich beschreibe gerade einen Film, liegt falsch: Genau das war nämlich unsere erste Christmas Party von Staff und Volunteers am 15.12. Und für die, die noch nie eine rooftop-party erlebt haben: Es ist unglaublich!

Die Atmosphäre war der hammer. Dafür hat sich dann auch die ca. 6-stündige Fahrt, die wir bedingt durch Stau und mit 12 Personen im Van hinter uns hatten, der Stress, was man anziehen soll (da die eine Hausmutter uns erzählt hat man müsse sich aufbrezeln bis zum geht nicht mehr und es im endeffekt dann doch eine bunte Mischung von jogger bis highheels gab) und das Warten, da die Party um 7 starten sollte, aber natürlich philippinische Zeit und niemand sagen konnte, wann es denn losgeht, echt gelohnt.

Irgendwann pendelten alle Leute auf dem Dach ein (auf dem übrigens jetzt Gemüse angebaut wird) und zum Glück wurde nicht lange geredet, sondern es ging erst einmal ans Essen. Stolz waren alle, dass sogar das Schwein von BT selbst bereitgestellt werden konnte.

Wir sassen an gemischten Tischen, waren dann aber doch die einzigen Ausländer neben einer Amerikanerin, die in Manila mithilft. Wäre schon super endlich fließend Tagalog zu reden!

Nach dem Essen, gab es dann Programm. Genau mein Geschmack: irgendwelche Luftballontänze, Gesangwettbewerbe und Quiz. Der krönende Abschluss waren dann die Performances, die jedes Center vorbereiten sollte. Anfangs dachte ich noch, dass wir mit unserem Volkstanz, den wir drei Tage vorher zum ersten Mal gesehen hatten, total unvorbereitet wären, doch das verflog, als ich die anderen Center sah, die eigentlich ihre Proben gezeigt haben - vielleicht die zweite Probe überhaupt. Da haben wir mit Requisiten und Kostümen doch ein bisschen übertrieben: der hammer war allerdings als tatay aga plötzlich aufgetaucht ist und sich nicht mehr wegen Augenproblemen im Krankenhaus befand, sondern unser Gangnamstyle-Man sein konnte!

Danach ging es dann an die ersten Geschenke dieses Jahr. Wir haben gewichtelt und ich beschenkte eine Hausmutter aus Laguna, die ich gar nicht kannte. Ich hoffe, sie hat sich über Shampoo und co. gefreut. Selbst habe ich Touristenshirts bekommen - was schenkt man Ausländern auch sonst? :D).

By the way war der prozess des Gebens auch ziemlich witzig, da wir nur im Kreis gerannt sind und sowas wie "I love my monita yes yes I do I wont tell you" gesungen und dann musste man in der mitte seinen Wichtelmensch beschreiben. Achja, schon alles ziemlich genial!!

Um 12 wurde dann auch noch spontan gesungen, da Catherine, unsere Volunteer Koordinatorin, Geburtstag hatte. Ja und plötzlich war alles gegen zwei oderso vorbei, da es anfing zu regnen. Fazit: Super cool!

Rebecca

Leben - Philippino Style

Also die letzte zeit war für mich eigentlich nicht so ereignisreich, da während Weihnachten und Silvester fast der ganze Staff und auch der Großteil der Jungs hier nach Hause sind.

Anfang Dezember hat erstmal noch die neue planting-Season auf unseren Reisfeldern angefangen, womit dann für mich das erste mal ein kompletter 4-monatiger Zyklus von der Land-preparation bis zur Ernte abgeschlossen war. Diese Beschäftigung wurde dann aber schon bald von der Vorfreude auf die Weihnachtszeit abgelöst.

Das heißt, 2 Trips nach Manila haben stattgefunden, um einmal mit allen Mitarbeitern der 3 BT-Center und einmal mit allen Kindern Weihnachten zu feiern bevor es dann, wie bereits erwähnt, für die meisten nach Hause ging.

Seit den 24. Dezember, der hier nicht als Weihnachtstag gefeiert wird, war ich nicht mehr auf den Feldern, die normalerweise eher meine Hauptbeschäftigung darstellen. Das heißt für mich jeden morgen nach neuer Arbeit suchen und die unterschiedlichsten Aufgaben zu übernehmen, beziehungsweise froh sein wenn sich überhaupt eine befriedigende Aufgabe findet. Außerdem bedeutet es jede Menge besonderes Essen, wie Schinken, süße Spaghetti, Instant Nudeln, Sardinen und haufenweise süßes "Brot". Das ging sogar soweit, dass es Tage gab, an denen ich nur ein bis zweimal Reis gegessen habe.

Naja auf jeden Fall geht seit Neujahr alles wieder ein bisschen mehr Richtung Normalität. Die Kinder und der Großteil der Mitarbeiter sind zurück, die Schule hat wieder angefangen, wir haben nach einem Monat endlich wieder Wasser in unserem Haus und bald dürfte es auch wieder regelmäßige Feldarbeit für mich geben.

Außerdem wird 2 wöchige Hilfe von 3 australischen Studenten erwartet, die wir schon Gelegenheit hatten bei einem 3 tägigen Seminar über Kinderrechte in Manila kennen zu lernen.

Alles in Allem ist es also ganz entspannt hier, sind ja schließlich auch die Philippinen.

Leonard Mußler

Weitere Infos zur Einsatzstelle und dem Dienst bei Bahay Tuluyan.