New Orleans, LA

Berichte von unseren Freiwilligen bei Camp Restore in New Orleans

Urlaub im Grand Canyon

(veröffentlicht 2018 von Fabian)

Diesen Monat war meine Tante und mein Bruder zu Besuch. Wir haben uns in Las Vegas getroffen und sind am ersten Abend direkt auf die Fremont Street gegangen. Dort gab es eine Seilrutsche welche 114 Fuß hoch und 1750 Fuß lang war. Leider bin ich nicht damit gefahren, da die Schlange so lang war.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Hoover Damm. Das ist der höchste Wasserstaudamm der USA und wurde 1953 fertiggestellt. Was ich vorher nicht wusste war, dass der Hoover Damm die Grenze zwischen Nevada und Arizona ist und die Grenze von zwei Zeitzonen. So war es bei unserem Besuch dort in Nevada 12 Uhr und in Arizona 13 Uhr. Natürlich machte ich viele Bilder von denen ihr unten ein paar sehen könnt. Am gleichen Tag gings weiter zum legendären Grand Canyon und es war noch atemberaubender als erwartet. Es war wunderbar diese ganze Natur zusehen und zu genießen, was bei -10°C garnicht so einfach war. Der Grand Canyon hat viele tiefe Schluchten und einen Horizont der aussieht als hätte jemand die Felsen mit einer Wasserwaage abgeschnitten. Man kann auch hervorragend die verschiedenen Gesteinsschichten sehen, die sich über hunderte Millionen Jahre abgelagert haben.

Am nächsten Tag ging es in den etwas 200 Meilen entfernten Bryce Canyon. Auf dem Weg dort hin fanden wir noch ein schönes kleines Diner, das ganz im Stil der 50er Jahre eingerichtet war. Da mir die Innenarchitektur aus dieser Zeit sehr gefällt und ich es liebe in amerikanischen Diners zu essen , habe ich mich sofort wohl gefühlt und wollte garnicht mehr weg. Obwohl der Bryce Canyon das Hauptziel dieses Tages war, bin ich mir nicht sicher was mir besser gefallen hat. Man kann aber auch nicht die Schönheit des Bryce Canyon bestreiten. Mit seinen vielen spitzen Türmen aus Stein sieht er zwar ganz anders aus als der Grand Canyon, aber ist trotzdem ein Naturspektakel welches man zu würdigen wissen sollte.

Der nächste Tag sollte eigentlich eine gemütliche Fahrt zurück nach Vegas werden. Doch irgentwie sind wir mitten durch den Zion National Park gefahren. Schon beim einfahren in den Park war ich begeistert. Wunderschöne Felsformationen und Landschaften wie man sie sich nur vorstellen kann.

Am letzten Tag waren wir wieder in Las Vegas und besuchten den ,,Strip''. Das ist die Straße an der die ganzen großen und berühmten Hotels und Casinos stehen, wie zum Beispiel das Belagio, das MGM Grand und das Mirage. Wir machten eine Stadtrundfahrt und konnten am Ende des Tages sogar das ,, Welcome to Las Vegas " Schild betrachten, welches man aus so vielen Filmen kennt.

Während unseres Trips sind wir immer wieder auf die legendäre Route 66 gestoßen und sind sie sogar einige Meilen lang gefahren. Es hat sich gut angefühlt auf dieser Straße zu fahren, obwohl es eine Straße wie jede andere ist, hat man doch den Spirit der alten Zeit gespürt und wie diese Straße noch eine Hauptverkehrsader war.

57 Jahre nach der "New Orleans school desegregation crisis"

Am 14. November 1960 wurden die Trennung nach Hautfarbe an zwei Schulen im Lower Ninth Ward von New Orleans aufgehoben. Nachdem viele der weißen Schüler die Schule daraufhin aus protest verließen, sahen sich die neuen Afro-Amerikanischen Schüler der vormals weißen Schulen ständigen Beleidigungen, Belästigungen und Angriffen ausgesetzt. Nachdem es am 16. November dann zu gewalttätigen Ausschreitungen und Aufständen vor dem Gebäude der Schulverwaltung kam, die in zahlreichen Messerattacken und Anschlägen mit Brandbomben zwischen endeten. Später mussten Bundespolizisten die viel schwarzen Schüler auf Grund von zahlreichen Morddrohungen schützen. Dies führe dazu dass zwischen Januar und Mai 1961 nur eine Schülerin, Ruby Bridges, die William Frantz Grundschule besuchte nachdem alle anderen Schüler die Schule boykottierten.

Erst Ende 1962 wurde die Rassentrennung dann auch in den Katholischen Schulen der Stadt aufgehoben und es dauerte weitere 10 Jahre bis Trennung von Weißen und Schwarzen Schülern im gesamten Bildungssystem der Stadt aufgehoben wurde.

Fabian und Sinan erzählen in ihrem Blog eindrucksvoll auf Deutsch und Englisch wie sie die Zeitzeugengespräche bei der Gedenkfeier in New Orleans erlebt haben und welche Bedeutung diese Geschehnisse für unsere heutige Zeit noch immer haben!

Mardi Gras in the Crescent City

Happy late Mardi Gras y'all!

Letzte Woche haben wir in New Orleans die fünfte Jahreszeit in Nola gefeiert, den "Fat Tuesday"/Mardi Gras. Der Mardi Gras Tag ist immer der letzte Tag vor Aschermittwoch und kennzeichnet somit den Beginn der Fastenzeit. Dabei beginnt die Mardi Gras Zeit offiziell am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Von dort an gibt es so gut wie jeden Tag Paraden auf der Straße und King Cake auf der Speisekarte (wer das Jesus Baby im King Cake Kuchenstück hat, schmeißt die nächste Party).

Am 6. Januar bin ich zusammen mit unserem Supervisor Ken zur Eröffnungsparade gegangen und diese war nicht wirklich interessant, aber dadurch dass Nola dieses Jahr 300 Jahre alt wird gab es ein atemberaubendes Feuerwerk direkt am Mississippi. Die nächste Parade war die Krewe du Vieux, welche für die Perversität und politischen Sarkasmus bekannt ist, aber auch dort hatten wir Spaß. Am nächsten Tag konnten wir dann den großen Unterschied bei der eher familiären Parade sehen, weil die "Little Rascals" von Kindern durchgeführt wird. Die richtige Mardi Gras Woche mit den großen floats (Umzugswagen) beginnt am 8. Februar und dort beginnt erst der Spaß. Jede Krewe hat ein anderes Motto und neben den bekannten Beads (Perlenketten) in verschiedensten Variationen, werden auch High Heels, Sonnenbrillen, dekorierte Handtaschen, uvm. von den floats geschmissen. Dadurch dass jeder eine Handtasche oder Schuhe haben möchte, kann das Ganze auch schon mal in einem kleinen Kampf enden. Im Grunde genommen war vom 8. bis zum 13.2. die ganze Stadt betrunken und deswegen nehmen die meisten Leute Urlaub bis zum Ende der Woche.

Unsere Freunde hier vor Ort haben sich Zelte aufgestellt und dann gab es typisch amerikanisch BBQ/Snacks. Selbst der Monsunregen hat den New Orleanian nichts ausgemacht und es wurde trotzdem bis zum Morgengrauen gefeiert. Bisher war Mardi Gras wirklich das beste Erlebnis was ich hatte, weil es für mich doppelt so viel Spaß gemacht hat als Karneval in Köln, wo es hauptsächlich ums Trinken geht. Am Mardi Gras Tag hatte ich am meisten Spaß, weil dort die Krewe of Rex 28 unterschiedliche Floats mit verschiedenen Beads hatte und unsere Challenge war alle 28 Beads zu bekommen. Mission erfolgreich abgeschlossen! Das ist gar nicht so leicht mit einer Menschenmenge von Millionen die Floats zu jagen und jede Kette zu bekommen. Außerdem waren Dominik, Verena, Niels, Sandra und Malin zu Besuch und falls ihr mir nicht glaubt, dass Nola einfach nur der HAMMER ist und Mardi Gras die beste Zeit für uns alle war, dann könnt ihr euch gerne selbst davon überzeugen. Am Ende hatten wir 7 große Säcke mit Beads, Spielzeug, Selfiestick, LED-Krimskrams, dekorierte Kokosnüsse/Handtaschen, uvm. und das nenne ich mal eine gelungene Mardi Gras Woche!

Weitere Infos zur Einsatzstelle und dem Dienst bei Camp Restore.