TEMI Community

Gemeinschaft für sozial Benachteiligte in Georgien

Die Temi-Community bietet seit 1989 Menschen ein Heim, die ansonsten außerhalb der Gesellschaft leben würden. Der Grundgedanke bei der Gründung der Organisation war und ist schlicht, dass jeder Mensch gleich ist und etwas für das Gemeinwohl beitragen kann.

Beschreibung der Einsatzstelle

Rund 60 Menschen beherbergt Temi verteilet auf zwei Wohnhäuser. Dabei teilen sich die Bewohner ihre Zimmer ausnahmslos. Die Gründe für den Aufenthalt der Bewohner in Temi sind vielfältig. Anders als in der deutschen Gesellschaft sind geistlich, sowie körperlich Eingeschränkte sehr schlecht in der Gesellschaft integriert. Auch ist es nicht selbstverständlich, dass eine Mutter ihr Kind alleine, dass heißt ohne Ehemann oder Familie aufzieht. Eine direkte staatliche Anlaufstelle für Obdachlose ist in der Region nicht existent. Viele Jugendlich und Kinder haben ohne Temi keine Perspektive. So hat jeder Bewohner seine eigene Geschichte und seinen eigenen Hintergrund, welchen ihn/sie nach Temi führt. Genauso wie die Freiwilligen sind die Bewohner von Temi vielfältig. Alle zusammen bilden eine Community.


Aus dem Georgischen übersetzt bedeutet Temi Gemeinschaft. Bunt, lebendig und mit vielen Menschen mit den verschiedensten sozialen Hintergründen. Ja, so lässt sich Temi wohl am besten zusammenfassen. Dort leben und arbeiten um die 60 Menschen zusammen - als Freiwilliger hat man die Gelegenheit ein Teil dieser großen Gruppe voller toller Menschen zu werden. Jedem Bewohner wird in Temi die Chance gegeben, so viel, wie jeder Einzelne eben kann, in der Gemeinschaft beizutragen. Ganz egal ob dem Einen vielleicht ein Arm fehlt oder bei dem Anderen eine geistige Behinderung vorliegt. In Temi geht es darum, sich gegenseitig stark zu machen und die Mitmenschen so zu nehmen, wie sie sind.

Lage

Die Temi-Community befindet sich am Fuße des Großen Kaukasus rund 15 Kilometer von der russischen Grenze entfernt in dem historisch bedeutenden Dorf Gremi. Gremi selbst ist ein Ort in der östlichsten Region Georgiens, Kachetien. Diese Region ist durch die Tallage zwischen zwei Gebirgszügen und durch das ideale Klima für den Weinbau bekannt. Die Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) ist über den Gombori Pass (1620m) in drei Stunden via Auto oder Bus erreichbar. Die Region Kachetien ist rural und vielseitig. Von den alpinen Landschaften im Norden bis zu den Steppen an der Grenze Aserbaidschans im Süden ist für jeder naturverbundenen Person etwas von den nahezu unberührten Schätzen der Natur und Kultur zu entdecken.

Aufgaben

Genau wie die Menschen sind die Aufgaben vielseitig. Je nach Fähigkeiten und Interessen gibt es für jeden etwas zu tun und jeder kann sich einbringen. Auch sind die Aufgaben für die Freiwilligen nicht von vornerein festgeschrieben. Selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten sind daher sehr wichtig. Investiert man jedoch genug Zeit und vor allem Geduld ist in Temi genug Platz und Zeit für die Durchführung eigener Projekte. Nichtsdestotrotz ist folgend eine Beschreibung der Haupteinsatzgebiete der Freiwilligen.

Betreuung von Menschen mit Behinderung

In Temi leben circa 11 Menschen, die geistig stärker eingeschränkt sind. Diese Gruppe wird in Temi von angestellten Betreuern zwar versorgt, die Freiwilligen können an dieser Stelle jedoch tatkräftig mitwirken. In Gruppen- bzw. Einzelbetreuungen können sich die Freiwilligen intensiv und individuell mit den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Betreuten beschäftigen und diese fördern. Wie bei den restlichen Aufgaben auch ist Engagement und Kreativität erforderlich. Die Facetten dieser Arbeit sind vielfältig und variieren von Betreuten zu Betreuten je nach Fähigkeit. So kann man die Betreuten in den Alltag mit einbeziehen, mit ihnen basteln oder spazieren gehen.

Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung

Auch gibt es Kinder verschiedenster Altersstufen und mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen, welche in Temi leben. Diese besuchen zum großen Teil am Vormittag die Schule und den Kindergarten und sind am Nachmittag oft der langenweile ausgesetzt. Als Freiwilliger kann man sich hierbei mit Musik, Tanz, englisch, deutsch oder anderen Unterrichtstunden einbringen.

Landwirtschaftliche Arbeit

Das Land rund um das große Gelände von Temi ist sehr fruchtbar. Die Organisation bemüht sich um eine gewisse Subsistenzwirtschaft, dass heißt man isst was man selbst anbaut. So ist der Speiseplan saisonal verschieden. In ökologischer Landwirtschaft wird hier auf großen anliegenden Feldern verschiedene Gemüse- und Obstsorten angebaut. Außerdem existierten ein Kräutergarten und ein Gewächshaus. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. Große Wasser-, Honig- und Zuckermelonen werden Ende August geerntet, ebenso die vielen Feigen und Kakis. Für den Winter wird traditionell alles eingelegt und ab Mitte Februar kann man schon die ersten Trimali (kleine saure Pflaumen) ernten. Daneben haben die Freiwilligen die Möglichkeit sich um die Masttiere zu kümmern oder in der eigenen Imkerei zu helfen


Das Weinfeld

Zwar auch eine landwirtschaftliche Tätigkeit ist das Weinfeld besonders hervorzuheben. Auf 23 Hektar wächst auf dem naheliegenden Weinfeld Saperavi- (rot) und Rkazitelitrauben (weiß), aus denen Wein hergestellt wird. Der Fragmentierungsprozess findet in riesigen Tonbehältern statt, wie schon seit tausenden von Jahren traditionsgemäß. Der Wein aus Temi erhielt bereits nationale und internationale Exzellenzauszeichnungen und ist dabei ökologisch, sowie sozial nachhaltig, da jeder Bewohner von Temi in der Herstellung involviert ist. Der Weinverkauf ist eine wichtige finanzielle Stütze für das Projekt Temi.

Das Leben in Temi

Hört sich seltsam an, jedoch kann man in Temi die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit sehr schwer ziehen. Die Zimmernachbarn der Freiwilligen sind Bewohner von Temi und z.T. Betreute. Es ist nicht möglich, bzw. sehr schwer sich als Freiwilliger in sein Zimmer zurückzuziehen, weil der Trubel in Temi immer präsent ist. Dieses sehr familiäre Umfeld erzeugt viele neue Aufgaben für die Freiwilligen. Kinder, sowie Betreute kommen auf die Freiwilligen zu und suchen Freizeitbeschäftigungen. So ist ein Fußballspiel mit einer Horde Kinder oder Weben mit einem Betreuten sowohl Arbeit als auch Freizeit.

Unterkunft und Verpflegung

Die Freiwilligen teilen sich ein Zimmer meist untereinander zu zweit oder zu dritt. Die Bäder teilen sich die Freiwilligen mit den anderen Bewohnern des Hauses. Es gibt drei Mahlzeiten, welche von den Köchen zubereitet und zusammen eingenommen werden. Das Leben in Temi ist recht bäuerlich und einfach. Die Lebensweise stellt einen Kontrast dar, zu dem schnellen, hektischen und modernen Leben in Deutschland. Vieles ist provisorisch und man braucht vor allem am Anfang viel Humor.

Freizeitgestaltung

Die Freiwilligen erleben hautnah, was ursprüngliche Natur bedeutet. Direkt an das Gelände schließt sich der Große Kaukasus an. Wanderungen beginnen direkt vor der Haustür. Ein kleiner Gebirgsfluss ist ideal für Abkühlung im Sommer. Die Bewohner des Dorfes sind sehr zuvorkommend und integrieren die Deutschen gerne in das Dorfleben. Gastfreundschaft hat in Georgien fast schon eine heilige Tradition. So lernt man sehr schnell die georgische Sprache. Die nächste Stadt ist rund 30 Minuten mit dem Bus erreichbar. Dort hat man die Möglichkeit traditionelle georgische Tänze und Instrumente zu erlernen oder auch einen Sprachkurs zu machen. Ansonsten gilt es an freien Tagen die Vielfältigkeit und Schätze Georgiens zu erkunden.

Weiter Infos über die Einsatzstelle

Website: http://www.temi-community.org/

@ Facebook: https://www.facebook.com/TEMI.community/

Kontakt

Einsatzstellenleitung: Cara Engel-Kreher, Johannes Reichhold

E-Mail: georgien@social-services.net

Bewerbung: https://www.social-services.net/bewerbung