Mardi Gras, Jazz und Katrina - das waren unseren ersten Assoziationen mit New Orleans oder wie die Einheimischen es sagen, “N’awlins”. Nun sind wir jetzt seit ca. 8 Monaten im “Big Easy” und sicherlich interessiert euch, was seitdem passiert ist bzw. wie sich unser Leben verändert hat. Wir, das sind Fabian Münster aus Waldhölzbach im Saarland und Sinan Kurt aus Paderborn in NRW. Gemeinsam haben wir uns am 01. August auf Abenteuerreise nach New Orleans begeben und bisher so einiges gemeinsam gemeistert. Nach ca. 13 Jahren Hurrikane Katrina sind hier teilweise noch unbewohnbare Häuser und leere Grundstücke vorzufinden, weil die Menschen sich keine Renovierung leisten können. Da kommen wir jetzt ins Spiel, denn Camp Restore wurde 2006 genau aus diesem Grund eröffnet. Es werden Volunteers aus aller Welt, aber hauptsächlich aus den USA, hier untergebracht und leisten dann ehrenamtliche Hilfe im Bereich des Wiederaufbaus. Dabei spielt es keine Rolle, ob Bauarbeiter oder Laie, groß oder klein, schwarz oder weiß, denn es geht darum sich gemeinsam für die Mitmenschen einzusetzen. Mittlerweile gibt es neben dem Wiederaufbau auch Projekte im Community Garten, bei der Tafel, im Altersheim, auf dem Pferdehof, uvm. Selbst 13 Jahre nach Katrina haben wir jährlich ca. 3000 Volunteers.

Wie sieht denn unser typischer Arbeitsalltag hier aus?

Morgens um 7 gibt es Frühstück und zwar typisch amerikanisch Sausage, Rührei, Pancakes, usw. Anschließend beladen wir unseren Truck mit den benötigten Werkzeugen für den Tag, sodass wir gegen 8 Uhr zur Baustelle fahren und um 9 mit der Arbeit beginnen, aber auch das kann sehr stark variieren. Um 12 Uhr wird dann eine kurze Mittagspause eingelegt, bevor es dann wieder an die Arbeit geht und um 16 Uhr ist dann Feierabend. Jedoch gilt das für die wöchentlichen Volunteers und nicht wirklich für uns, weil wir im Camp dann den Truck entladen und oft noch beim Abendessen aushelfen bzw. Hausmeisterarbeiten erledigen müssen. Im Grund genommen beginnt der Arbeitstag für uns um 7 Uhr und hört dann um 19 Uhr auf. Das tolle an Camp Restore als Einsatzstelle ist, dass wir die Möglichkeit bekommen, auch in die anderen Projektstellen reinzuschauen, d.h. wir arbeiten nicht nur auf dem Bau, sondern helfen je nach Bedarf auch mal im Altersheim, bei der Tafel oder bei Veranstaltungen aus.

Selbstverständlich besteht das Leben hier nicht nur aus Arbeiten, denn die New Orleanian haben immer Lust aufs Feiern, ganz egal ob ein Fried Chicken Festival, Mardi Gras oder ganz einfach Straßenmusiker mitten in der Innenstadt. Die Einheimischen hier sind für ihren “laid-back” Lebensstil bekannt und es bedeutet eigentlich, dass sie sich durch nichts stressen lassen und extrem entspannt sind. Wenn wir unsere Freiwilligen fragen, ob sich New Orleans denn sehr von den anderen Städten unterscheidet, bekommen wir sehr oft zu hören, dass nirgendwo anders die Menschen so offen sind. Ich kenne sehr viele Städte, da wird man schräg angeguckt, wenn man mitten in der Stadt einfach anfängt zu singen. In New Orleans versammelt sich eine Gruppe voller Fremder, um einen herum und singt mit.

Wo wir schon bei der Kultur sind, da gibt es noch einiges mehr zu erzählen: Erst im Februar haben wir eine Woche Mardi Gras (“fetter Dienstag”) überlebt und weil NOLA (New orleans, Louisiana) dafür so sehr bekannt ist, gibt es noch ein bisschen mehr dazu. Am 06. Januar (“Dreikönigstag”) jeden Jahres beginnt die Mardi Gras Zeit und von dort an bis zu dem Dienstag vor Aschermittwoch gibt es jeden Tag den “King Cake” auf der Speisekarte. Dieser Kuchen beinhaltet eine kleine Babypuppe, die Jesus widerspiegeln soll, als er von den heiligen drei Königen gesehen wurde. Wer das Kuchenstück mit dem Baby hat, der schmeißt die nächste Party und besorgt den Kuchen. Außerdem gibt es auch so gut wie jeden Tag Paraden, wo wir acht große Säcke voll mit Beads (Perlenketten), Spielzeug, Krimskrams, uvm. gesammelt haben. Wer so hart am Feiern ist, der wird auch hungrig und da sind wir in New Orleans genau richtig. Es ist schwierig hier schlechtes Essen zu finden. Eine kleine Liste an Dingen, die wir bisher hier gegessen haben: Po´Boys (Sandwiches), Muffuletta, Beignets (frittiertes französisches Gebäck), Jambalaya (Reisgericht), Gumbo (Eintopfgericht), uvm.

Diese Stadt ist an Lebendigkeit, Feierlust, Musik und super leckerem Essen kaum zu übertreffen!

weitere Infos über die Einsatzstelle

Freiwilligendienst bei Camp Restore: Einsatzstellenbeschreibung

Homepage: http://camprestore.org

@ facebook: www.facebook.com/CampRestore/

@ twitter: https://twitter.com/CampRestore

Kontakt in Deutschland

Einsatzstellenleitung: JD, Clemens Wetzel

E-Mail: rai@social-services.net

Bewerbung: Alle Infos zur Bewerbung gibt's hier....