Franciscan Outreach Assoc., Chicago
Projektbeschreibung Franciscan Outreach Assoc., Chicago
Projektbeschreibung
Als Hauptsitz der Franciscan Outreach Association (FOA), einer katholischen und gemeinnützigen Organisation in Chicago, bietet das Marquard Center durch verschiedene Programme umfangreiche Hilfe für Obdachlose und sozial Schwache an.
Schwerpunkt der Arbeit in Chicago ist die Suppenküche und das Obdachlosenheim. Hier bietet FOA sozial Interessierten und Engagierten aus aller Welt die Möglichkeit, für einen Zeitraum von vier Wochen bis zu einem Jahr oder länger als freiwillige Dienstleistende in der Suppenküche mitzuarbeiten und so Erfahrungen in der Arbeit mit Obdachlosen und sozial Schwachen zu sammeln und einen Einblick in deren Probleme zu gewinnen.
Aufgaben
Hauptaufgabe der Freiwilligen ist es, sich in den Morgenstunden um die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten zu kümmern, die am Abend an 110 bis 170 Gäste ausgegeben werden. Die Aufgabenbereiche der Freiwilligen umfassen dabei alle herkömmlichen Küchenarbeiten von Kochen bis zur Reinigung. Spezielle Vorkenntnisse in diesem Bereich sind für die Arbeit in der Suppenküche nicht erforderlich. Darüber hinaus sind die Freiwilligen für den Wäsche-Service verantwortlich. Gäste können ihre Schmutzwäsche am Dienstag und Donnerstag im Marquard Center abgeben und am nächsten Tag gereinigt wieder abholen. Weiterhin wird den Gästen des Marquard Centers viermal wöchentlich eine Möglichkeit zum Duschen geboten - ein Service, der ebenfalls weitestgehend in der Verantwortung der Freiwilligen liegt. Die generellen Arbeitszeiten sind täglich von 10.30 Uhr bis ca. 19.00 Uhr (wobei je nach Arbeitsaufwand mindestens eine Stunde Pause gewährt wird). Lebensmittelspenden müssen in den Morgenstunden, vor regulärem Arbeitsbeginn, von den Freiwilligen abgeholt werden. Es wird fünf Tage in der Woche gearbeitet.
Das Obdachlosenheim oder auch "House
of Mary and Joseph" ist das zweitgrößte shelter in Chicago und liegt 20
minuten südöstlich von der Suppenküche. Um dorthin zu gelangen stehen den
Freiwilligen Autos zur Verfügung. Die Arbeit ist grundsätzlich in zwei Nachtschichten eingeteilt. Beide Schichten beginnen um 18.30
Uhr, wobei die sogenannte "night-shift" um 3 Uhr und die
"morning-shift" um 6:30 Uhr morgens endet. Zusätzlich dazu gibt es von
Montag bis Freitag eine Nachmittagsschicht (office-shift), in der es
die Hauptaufgabe ist die Community area sauber zu halten, die
eingegangenen Kleiderspenden zu sortieren und Vorbereitungen für den
Abend zu treffen.
Um 19.30 Uhr beginnt der Einlass der weiblichen
Gäste, um 20:30 Uhr der der männlichen. Bei diesem sogenannten
"opening" assistiert ein Freiwilliger beim ordnungsgemäßen Einlass der
Gäste, der andere kümmert sich am Schreibtisch im inneren des Shelters
um die Zuweisung der Betten. Während der Nacht besteht die Aufgabe des
Freiwilligen hauptsächlich darin Nachtwache zu halten, Gäste nach
Wunsch aufzuwecken und Kleidung auszugeben. Nachdem um 5:30 dann wieder
die Lichter in den Schlafsälen eingeschalten werden, können sich die
Gäste auf eine "Anmeldeliste" für die nächste Nacht eintragen lassen.
Die letzte Aufgabe am Morgen ist es noch sicherzustellen, dass alle
Gäste bis spätestens 6.30 Uhr die Schlafsäle verlassen haben.
Ein weiterer Schwerpunkt einer Verpflichtung bei der Franciscan Outreach Association ist neben der Arbeit in der Suppenküche das Leben in der Community. In der dritten Etage des Marquard Centers wurde zu diesem Zweck eine Wohngemeinschaft eingerichtet, in der die FreiwiIligen zusammen wohnen und leben. Dies ist Herausforderung und Chance zugleich, da die meist jungen Freiwilligen so lernen, mit Menschen mit anderem sozialen, kulturellen oder religiösen Hintergrund zusammenzuleben. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Programms (die Freiwilligen kommen nicht nur aus den ganzen USA, sondern auch aus Deutschland, Dänemark, Irland oder Ghana, um nur einige Länder zu nennen) ist das Leben in der Community für alle Beteiligten eine Chance, interkulturellen Austausch hautnah kennenzulernen.
Hintergrund
Da FOA eine katholische Organisation ist, haben das Leben in der Community sowie die Arbeit in der Suppenküche einen christlichen Hintergrund. Trotzdem ist eine Mitarbeit bei FOA nicht an eine christliche Konfession gebunden.
Für FOA zu arbeiten ist so eine interkulturelle Chance im doppelten Sinne: Zum einen durch die Zusammenarbeit und das Zusammenleben mit Freiwilligen aus aller Welt, zum anderen aber auch durch die Arbeit in der Suppenküche und dem Obdachlosenheim, die das gängige Amerika-Klischee vom ,,Land der unbegrenzten Möglichkeiten" schnell verblassen lässt.
Die Zahl der Freiwilligen variiert je nach Auslastung und Bewerberlage, derzeit leben 14 Freiwillige in der Marquard Center Community. Aufgrund dieser großen Community ist es den Freiwilligen möglich, sich neben ihren Hauptaufgaben auch mit den Gästen zu beschäftigen. Im persönlichen Gespräch können sie auf die Gäste eingehen und deren Probleme und Sorgen kennenzulernen.
Darüber hinaus unterstützt FOA interessierte Freiwillige bei der Suche nach weiteren Möglichkeiten, sich im sozialen Bereich anderweitig zu engagieren. Doch auch außerhalb von FOA ist eine Zusammenarbeit mit den verschiedensten gemeinnützigen Organisationen möglich.
Wer mehr zu der Geschichte der Obdachlosigkeit in Chicago und das Leben der Obdachlosen in den Ghettos in den 80igern wissen möchte, sollte "There Are No Children Here" lesen. Zur Arbeit mit den Obdachlosen selbst empfehlen wir das Buch "Murder and Underware" von der ehemaligen Mitarbeiterin Anne Redhed.
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